Aus aktuellem Anlass …

»Arbeit statt Almosen – Literatur go Crowdfunding!«

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Leser*innen und Buchaffine,

 

herausfordernde Zeiten bedingen neue Wege, und ich würde mich irre freuen, wenn ihr euch mit unserem Projekt »Arbeit statt Almosen – Literatur go Crowdfunding« solidarisch erklären und uns dabei unterstützen würdet – dafür sichert ihr euch ein literarisches Dankeschön als e-book oder als gedrucktes Buch, denn erst durch euch werden unsere Geschichten zum Buch! Wir sind 20 Autorinnen, die derzeit gemeinsam an »Fragmente: Die Zeit danach« schreiben; junge und junggebliebene, neu entdeckte und etablierte Kolleginnen, quer durch alle Gattungen und Genres. Alle Infos zum Projekt findet ihr hier: 

https://www.startnext.com/fragmente

Wenn euch diese Idee gefällt, unterstützt uns; und wenn ihr sie außerdem anderen mitteilen mögt, wäre das natürlich besonders famos.

Herzlich,

Marlen Schachinger & ihre 19 Kolleginnen

 

Aufruf der IG Autorinnen Autoren

 

Betrifft: Die Schließung des österreichischen Kunst- und Kulturbetriebs – Dringender Hilferuf an die österreichische Kulturpolitik

 

An die Kulturreferent/inn/en der österreichischen Bundesländer

und an die österreichische Staatssekretärin für Kunst

 

 

Wir steuern auf eine Einkommenskatastrophe der Kunst- und Kulturschaffenden zu.

 

 

Veranstaltungen werden reihenweise abgesagt, für Autorinnen und Autoren bedeutet das erhebliche Einnahmenverluste, sowohl für bereits vereinbarte Veranstaltungen, als auch für die Planung zukünftiger. Lese- und andere Auftrittshonorare sind eine wesentliche Einnahmenquelle für österreichische Autor/inn/en.

Nicht nur die Lesereihe „Leipzig liest“ und die „Rauriser Literaturtage“ finden nicht statt, abgesagt wurden und werden vor allem auch zahlreiche kleinere Veranstaltungen, die im Literaturbetrieb eine entscheidende Rolle spielen. Verkaufseinbrüche bei Büchern, die nicht durch Veranstaltungen beworben werden, tun ein Übriges. Dasselbe gilt für Theateraufführungen. Dramatiker/innen erhalten ihr Honorar ausschließlich aus dem Kartenverkauf. Autor/inn/en sind somit auf so gut wie allen zentralen Tätigkeitsgebieten von den Einschränkungen im öffentlichen Leben mit ihren Verdienstmöglichkeiten betroffen.

 

Wir steuern auch auf eine Existenzkrise bei den Literaturveranstaltern zu.

Der Schaden für die in Österreich ganz besonders ausgeprägt entwickelte literarische Veranstaltungskultur ist noch gar nicht zu ermessen. Die Programme der größeren Literaturveranstalter sind bis in den Herbst hinein fixiert, wesentliche Literaturfestivals wie für das in wenigen Wochen stattfindende, seit Jahren beim Publikum höchst erfolgreiche internationale NÖ Kulturenfestival „Literatur & Wein“ in Stift Göttweig stehen unmittelbar bevor. Am Beispiel von „Literatur & Wein“ wird deutlich, dass ganz besonders auch musikalische Auftritte und Musiker/innen/honorare auf dem Spiel stehen. Bereits abgesagt wurde „Literatur im Nebel", eine ebenfalls renommierte Literaturveranstaltung, an der rund um einen Ehrengast zahlreiche österreichische Kunst- und Kulturschaffende beteiligt sind, und natürlich auch Autor/inn/en.

Welche weiteren Veranstaltungen betroffen sein werden, welche Programme bis auf Weiteres eingestellt und darüber hinaus abgesagt werden müssen, ist noch nicht im vollen Umfang bekannt. Wir gehen aber davon aus, dass es nicht möglich sein wird, größere Veranstaltungen im ersten Halbjahr dieses Jahres durchzuführen.

 

Wir fordern angesichts dieser dramatischen Entwicklungen, die Ermöglichung für alle geförderten Veranstalter zur 100prozentigen Abstandshonorarzahlung für bereits vereinbarte Lesungen und andere literarische Auftritte. Wir fordern weiters die Einrichtung von Soforthilfefonds in den Bundesländern und beim Bund für Überbrückungs-Stipendien und Überbrückungs-Subventionen, bei Kartenverkaufsentfall udgl. mehr, sowie weitere Maßnahmen, welche dazu beitragen, die Existenz und Existenzgrundlage der Betroffenen zu sichern.

 

Literaturveranstalter haben keinerlei Reserven, selbständige Künstlerinnen und Künstler verfügen vielfach über keine finanziellen Ressourcen und sind von solchen betrieblichen Totalausfällen direkt und nachhaltig in ihrer Existenz bedroht. Sie brauchen dringend Hilfe. Sofort und nachhaltig.

An die Folgewirkungen für den gesamten österreichischen Kunst- und Kulturbetrieb und das gesamte österreichische Kulturleben ist derzeit noch gar nicht zu denken. Dieser Situation ist nicht durch Einzelgespräche beizukommen. Wir fordern die umgehende Einberufung eines Krisengipfels mit Repräsentant/inn/en aus allen Bereichen der Kunst und Kultur, wenn dadurch zu viele Personen auf einmal zusammenkommen, dann eben in mehren Runden.

 

Gerhard Ruiss

IG Autorinnen Autoren

Wien, 11.3.2020

… wenn eine eine Reise tut, so kann sie …   'was erzählen!

 

 

 

Viel zu erzählen & zu erfahren gibt es jedoch auch in den »Kosovarischen Korrekturen. Versuch über die Wahrheit eines Landes«, die im September 2019 im Promedia Verlag erscheinen wird!

 

Dreißig Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und rund zehn Jahre nach der Staatsgründung des Kosovo fragt sie vor Ort nach: Was verhakte sich in den Köpfen, wie viel Trennendes, wie viele Reminiszenzen an einen Krieg? Was blieb von der Euphorie einer Staatsgründung? Und sie befragt sich auch selbst: Was nimmt jemand wahr, der erstmals diesem Land begegnet? 

Die Neugier bedingt, dass alles in sich aufgesogen wird. Unabdingbar nötig scheint alsbald eine innere Distanzierung, um im Bestreben, detailliert wahrzunehmen, nicht überschwemmt zu werden. Alle Ereignisse, mögen sie amüsant, erhellend oder deprimierend sein, alle Kontakte vor Ort, alle Gespräche und Begegnungen werden unweigerlich vor der Folie dessen gelesen, was jemand mitbringt: In diesem Fall ein Ich mit einer 48-jährigen Lebensgeschichte, aufgewachsen in einer anderen Region – und geprägt von einer mitteleuropäischen Kultur.

Damit stellt sich die Frage nach Wahrheit. Kann von einem Land jemals authentisch erzählt werden? Welche Spuren hinterlassen Ortswechsel in unserem Leben – raus aus dem komfortablen Bekannten, rein in eine gänzlich neue Umgebung, von der wir nichts wissen außer Erinnerungsfetzen aus vergangener Tagespresse?

Was bedeutet all das im Hinblick auf eine kosovarische Staatlichkeit, die für zahlreiche Staaten bis heute nicht existiert? Was bleibt davon nach einem Jahrzehnt der Kämpfe um die Zukunft? Und wie konnte es geschehen, dass die Klimax dieses Erbes aus Krieg, Euphorie, Korruption und Skandalen nun die Aussage ist, es gebe keine Hoffnung im Land, lieber verlasse man es, besser heute als morgen? 

Marlen Schachingers literarischer Reisebericht öffnet den Blick auf einen Kosovo fernab (geo)politischer Diskussionen um einen gescheiterten Staat, Mafia-Ökonomie und Emigration. Und doch wieder nicht: Denn ihr literarischer Versuch über die Wahrheit spiegelt besagte Zustände.