Biographie: Marlen Schachinger-Pusiol

… wurde im Dezember 1970 frühzeitig und während eines Schneesturms geboren – wohlgemerkt: der österreichischen Variante desselbigen, und wie alles hierzulande kommt auch so ein Schneesturm ein bisschen verhaltener daher als anderswo, ein bisserl gemütlicher eben. Dennoch genügten die Böen, dass der Rettungswagen am See entlang schlingerte und beinahe in einer Schneewehe zum frühzeitigen Ende seiner Fahrt gekommen wäre. Und der Wind blies dem Kind, das gerade geboren wurde, in jener Nacht seine Lebenskraft und sein Temperament zu, wehte sie zum Trotzdem und nährte den unbändigen Wunsch, dieses Leben kraftvoll zu gestalten.

Nicht nur, dass bereits ihre Geburt mit einer Geschichte begann, wuchsen diese auch mit ihr, stärkten sich am Klang der Wörter in Gedichten, verzweigten sich in der Lektüre in alle Himmelsrichtungen, schufen Universen und Bildwelten, wurden Klangraum und Lebensmittel.

 

Und weil Marlen Schachinger ist, wer sie ist, will sie sehen, was vor sich geht, will Welt in ihrem Sein und ihrem Könnte umfassen, will gestalten. Sei es in ihren Büchern, in ihren Filmen, sei es in fremden Sprachwelten, die sie in ihrer eigenen zum Tönen bringt oder in den Erzählungen anderer, denen sie zur Welt verhilft. Da dies alles auch einen Boden braucht, studierte sie Komparatistik und Sprachen. Wer aber seine Gedanken mit dem Wind ziehen lässt, tut gut daran, nährende Erde unter den Füßen zu haben.

 

So erzählt, liest, liebt, lebt sie auf ihre Art: nachsinnend, wissbegierig, manchmal durchaus auch mit der Leidenschaft des Windes, dem sie von Kindheit an zugetan ist. 

Zuletzt erschienen: ›Landschaften in Schalen‹, ›Frauen lieben lernen‹ (2025), ›Der Mann, der einen Berg versetzte, da seine Frau ihr Leben lebte‹ (2024), ›Perfekt‹, ›Erkenntnis kommt in blauer Stunde‹ (2023), ›Von der Kunst, Mensch zu werden‹ (2023), ›Wort an Wort: Berührung‹ (2022), ›Schatten & Licht‹ (2021), ›Arbeit statt Almosen‹ (Doku), ›Fragmente: Die Zeit danach‹ (2020), ›Kosovarische Korrekturen‹ (2019), ›Requiem‹ (2018), ›Martiniloben‹ (2016). Schreibend setzt sich die promovierte Literaturwissenschaftlerin auch mit den Werken anderer in ihrem Blog ›Mitlese‹ oder in Einzelpublikationen auseinander. 

 

Zahlreiche Literaturpreise und -stipendien, zuletzt war sie Stipendiatin der Kunstsammlung OÖ, Bad Hall. Als Dozentin für literarisches Schreiben will sie in Workshops – u. a. am Institut für Narrative Kunst Niederösterreich – Menschen zur Sprache bringen und die Liebe zum gestalteten Erzählen nähren. 

 

Und für diejenigen, die es lieber nüchtern mögen …

  • geboren am 12.12.1970 in Braunau a. I.
  • Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft, Germanistik, Französisch und Ästhetik an der Universität Wien sowie an der Sorbonne (1989 bis 1996); Magisterium über »Simone de Beauvoir. Beeinflussung eines Schreibstils durch Hemingway, Faulkner und Dos Passos«; Doktorat 2008 bis 2012, Vergleichende Literaturwissenschaft: Dissertationsthema: »Werdegang. AutorInnen zwischen autodidaktischer und institutioneller Ausbildung.« Fachbereich: Sozialgeschichte der Literaturen, Literarische Wechselbeziehungen, Rezeptionsforschung. Abschluss mit Auszeichnung
  • 1994 bis 2014: alleinerziehende Mutter, drei Kinder (geb. 1990, 1992, 2001)
  • 12.2.1997 bis 31.05.1999: im Buchhandel tätig, Abteilungsleiterin Fachbereich Belletristik
  • Seit 1999: freiberufliche Autorin
  • Dozentin für »Literarisches Schreiben«
  • Seit 2011: Workshops in Schulen zu Sprach- und Erzählkompetenz
  • Seit 2022: Engagement im Autor*innen-Kollektiv der »Edition Arthof« 
  • Organisatorin des Literaturfestivals »Sternlesen«, eine Aktion zum »Welttag des Buches« mit 67 Lesungen in allen Bundesländern
  • Zahlreiche Publikationen und Literaturpreise, Lesereisen und Präsentationen im In- sowie im Ausland (USA: im Rahmen des Festivals »queer as volk«; außerdem: Paris, London, Dublin, Berlin, Magdeburg, Leipzig, Frankfurt, Hamburg, Bilbao, San Sebastian, Milano, Rom, Helsinki, Brüssel, Sarajevo, Kiew, Pristinë, Podgorica, Nikšić, Bukarest, New Dehli, Mexiko City, New York City, Moskau …)
  • Übersetzungen ins Englische, Französische, Italienische, Spanische, Russische, Albanische, Bosnische und Montenegrinische

Bibliographie

Publikationen (Auswahl)

LITERATUR

2025: »Landschaften in Schalen« (Edition Arthof)

2024: »Der Mann, der einen Berg versetzte, da seine Frau ihr Leben lebte« (Edition Arthof)

2023: »Perfekt« (erscheint als Fortsetzungsroman in der Monatszeitung »Die Krähe«)

»Erkenntnis kommt in blauer Stunde« (Verlag Der Apfel)

»Von der Kunst, Mensch zu werden« (Edition Arthof)

2022: »Wort an Wort: Berührung« (Edition Arthof)

2020: Fragmente: Die Zeit danach (Promedia Verlag / Edition Arthof)

2019: »Kosovarische Korrekturen« (Promedia Verlag)

2018: »Requiem« (Septime Verlag)

2016: »Martiniloben« (Septime Verlag)

»Unzeit. Erzählungen« (Otto Müller Verlag)

2015: »Albors Asche« (Otto Müller Verlag)

2013: »Denn ihre Werke folgen ihnen nach« (Otto Müller Verlag)

»¡LEBEN!« (Leykam Verlag)

2008: »Nur du.Allein« (Kitab Verlag) 

2006: »Ich, Carmen. Erzählung« (Verlag Der Apfel) 

2005: »der unschuld verlust«, Krimi. (Orlanda) 

2004: »Störung. Kurzgeschichten« (Edition Pangloss) 

2000: »morgen, vielleicht«, Roman. (Edition die Donau hinunter)

 

LITERATURWISSENSCHAFT:

2015: »Autorinnen feiern Autorinnen. Marlen Schachinger über Betty Paoli« (Essay, Mandelbaum Verlag)

2014: »Werdegang.« (Sachbuch, Peter Lang Verlag)

 

SACHBÜCHER:

2009: »Hertha Firnberg« (Biographie, Mandelbaum Verlag) 

2006: »Wien. Stadt der Frauen. Eine Reiseführerin« (HerStory, Promedia Verlag) 

 

HÖRBÜCHER:

2020: »Fragmente: Die Zeit danach« (Buch und Hörbuch, Edition Arthof/Promedia)

»Windhauch« aus: Requiem.

»morgen, vielleicht«, Roman.

 

SZENISCHE ARBEITEN FÜR THEATER & FILM 

2024: »Sex. Oder: Weltentheater verteilter Stimmen für Chor und alle Geschlechter.«

2023: »Selbstlaut«, erschienen auf www.ungehalten.net

»Sex«, Theaterstück (Erstpräsentation als Lesetheater im Schauspielhaus Magdeburg, D)

2021: »Schatten & Licht«, 30-minütiger Film über die Bedeutung von Kunst für Menschen (Konzept & Regie: Marlen Schachinger), gezeigt in Magdeburg, New Dehli, Mexiko City, New York City, Bukarest, Moskau

2020: »Arbeit statt Almosen«, Dokumentarfilm über Lebens- und Arbeitsbedingungen der Autor*innen in Österreich (Drehkonzept und Regie, Schnitt: Marlen Schachinger), lief in Kinos in Wien, Wels, Innsbruck, Magdeburg, St. Georgen, Malchin, Graz, Salzburg

#literaturwünscht (Konzept, Regie, Schnitt: Marlen Schachinger)

2019: Drehbuch »Egomania«

 

»übergrenzen« Kurzfilm (Drehbuch und Regie)

Literaturpreise, Stipendien …

2025: Stipendiatin der Kunstsammlung OÖ, Bad Hall

2021: Stadtschreiberin Magdeburg (D)

BMEIA Internationale Literaturdialoge

2019: Stadtschreiberin, Wels OÖ

Seume-Literaturpreis für »Kosovarische Korrekturen« (D)

2018: Writer in Residence, Pristina (Kosovo)

2016: Jubiläumsstipendium der LiterarMechana für »Martiniloben«

           Nominiert für den Literaturpreis Wartholz 2016

           NÖ Landeskulturpreis – Anerkennungspreis für »Martiniloben«

2015: Writer in Residence-Aufenthaltsstipendium Česky Krumlov (CZ) 

Nominiert für den Literaturpreis Wartholz 2015

Arbeitsstipendium der Mörderischen Schwestern für »Martiniloben« (D)

2014: Floriana 2014 / OÖ. Literaturförderpreis für »Unzeit« 

2011: Wiener Autor[Inn]enstipendium für »Denn ihre Werke folgen ihnen nach«

Writer in Residence-Aufenthaltsstipendium Česky Krumlov (CZ)

2008: Writer in Residence Kuba.

2007: Writer in Residence-Aufenthaltsstipendium Gmunden

          Preis des Theodor Körner Fonds für »¡Leben!« (Roman)

          Lise Meitner Literaturpreis für »Und Marietta« 

          Stipendium des Bundesministeriums für Frauen 

2006: Writer in Residence-Aufenthaltsstipendium Paliano / Rom (Italien)

          Honorable Mention der drehbuchwerkstatt Salzburg für »Wir leben noch«

2005:  Drehbuchstipendium des bmukk für »Wir leben noch«

2004: Mira-Lobe-Stipendium für Kinder- und Jugendliteratur

2003: Netzine-Preis 2003 für »Nachts im Engländer«

Stipendium des Klagenfurter Literaturkurses

2002: Talentförderungsprämie OÖ für »Ich, Carmen«

1999: Preisträgerin des Poetry Slams  (Wien, Schikaneder) für »Puppengarten«

Querfunk – Hörspielpreis, Karlsruhe für »Die Wohngemeinschaft«

Seit 1998: Arbeitsstipendien des Bundes, Reisestipendien des Bundes

 

Forschungsstipendien & -preise

2013: Forschungsstipendium, MA 7 für »Werdegang«

2012: Leistungsstipendium, Universität Wien für »Werdegang«

2010: Wissenschafts- und Forschungsstipendium, Stadt Wien für »Werdegang«

          Forschungsstipendium der Universität Wien für »Werdegang«

2009: Preis des Theodor Körner Fonds für »Hertha Firnberg. Eine Biographie« 

2006: Wissenschafts- und Forschungsstipendium, Stadt Wien

1996: Arbeitsstipendium für Paris

Verstreute Publikationen – eine Auswahl

Essays (Auswahl)

Seit 2017: »Mitlese«-Blog  zur Faszination Literatur & Literaturwissenschaft, www.marlen-schachinger.com

Seit 2012:  Essays für das Feuilleton »Spectrum« der österreichischen Tageszeitung »Die Presse«

2022–2024: Printzeitung »Die Krähe«, kontinuierliche Mitarbeit

2016: »Intento de anamnesis / Versuch einer Anamnese« (Spanisch/Deutsch, Quimera. Revista de Literatura, Barcelona, N° 388, März 2016, S. 11–13.) 

2012–2016: mehrere Essays in »Literatur + Kritik«

2006–2012: mehrere Essays in: »Buchkultur«

2004–2006: mehrere Essays in: »[Sic!]«

 

 

In Anthologien (Auswahl)

2026: »Was wir erben«. In: Christa Prameshuber: Wannst ned fort muast, so bleib. (Erscheint im Februar)

»Heiliges Hoffen«, »Wer hätte gedacht«, »Im Schatten blattloser Feige«, »Einpelzen«,

»Stillleben: Lissabon«. In: H. C. Tassati: Lyrisches Jahrbuch Österreich. (Erscheint im Februar)

»Im Zeitfenster« In: Literarisches Österreich.

2025: »Stufen«. In: Facetten 2025. Bibliothek der Provinz.

2024: »Mit Athena! Und bewege deine Hände.« In: Welten wider Willen. Hg.in: Regina Hilber. Wolfgangsee Anthologien III. Wien: Edition Fabrik.transit 2024.

»Euer Alexander Moissi« Hiddensee und der  Orient, Hirnkost Verlag.

»nah & fern der Kunst«, In: nah und fern, Anthologie zum Literaturpreis der Kulturhauptstadt Salzkammergut

»Sex. Erster Akt.« In: Facetten 2024.

2023: »Das tote Kindermädchen«, Kapitel 7. Acht AutorInnen, eine Geschichte, ein Buch: Auf Initiative einer Projektgruppe aus der HLW Steyr entstand dieser Kriminalroman. 

2022: »Waschechte Wiener Weltenbürger«. In: Zweiheimisch. Hirnkost Verlag

2021: »… und rühren an Zeiten …« In: Der Amelia Earhart Pfannkuchen. Moloko Print 147 / 2022

2018: »Gute Ru_h« (Textausschnitt: Guirlande d’amour) In: Forum Land: »Spuren«

2017: Portrait. In: »Melange der Poesie« Kremayer & Scheriau.

»Korrekturen«. In: Schlussbilanz. Bibliothek der Provinz.

»Martiniloben« In: Ungebetene Gäste. Festival der Regionen.

»Die Vermessenheit der geraden Bahn« In: As long as. Milena Verlag.

»Nackt« In: coming again and again. Milena Verlag.

»Wienwien« In: farben. Podium.

»Im Land wo Milch und Honig fließen« In: Fest Essen. Milena Verlag

 

 

In Zeitschriften (Auswahl)

2026: Auf dem Grund ist Dunkelheit genug / Canto dell’ infinito II: In: hIps://literaturoutdoors.com

2025: »Fließende Zeit.« In: Podium Frühjahr 2025.

»Worte zum Glück.« In: #kkl 59 (https://kunstkulturliteratur.com/2025/12/05/worte-

zum-gluck/)

2024: »Kunst, die. Substantiv, feminin.« In: Kunststoff Nr. 46, August 2024.

»Symphonie in Es-Dur: die Romantische.« In: Rampe 2/2024.

»Im Zeitfenster: Die Essenz eines Sommers (con amore).« In: Aus dem Alltag. https://www.ausdemalltag.at/im-zeitfenster-die-essenz-eines-sommers/ – 10.12.2024

2023: »Zeit läuft«: In: Die Krähe.

2022: »Von des Himmels Weite und sich drehenden Rädern.« In: Die Rampe 3/22. S. 85–94.

»Tempus II« In: X-Blatt 16

»Sich zumuten. Ein Wagnis.« In: Literatur + Kritik 3. Otto Müller Verlag.

2021: »Es braucht drei, für einen Tango« In: Die Rampe 4/2021

2019: »-908 Nächte«. In: Reibeisen 2019.

2018: »Curt«. In: Facetten 2018.

»Wie Max es sah.« In: Die Rampe 4/18.

2017: »Maria Theresia« (Zur Ausstellung des Österreichischen Kulturforums, Bratislava)

»Wir.« In: Salz.