Zeitgenössische Literatur · 16. Januar 2020
Studiert man die Verlagsprogramme, so fällt einem unweigerlich der hohe Prozentsatz an Debüts auf: Als stünden am literarischen Feld nur noch Erstlinge in der Landschaft, ab und an eine wetterzerzauste, ältere Vogelscheuche, die sich standhaft behauptet, doch ansonsten: Newcomer*innen soweit das Auge reicht.
Genreliteratur · 09. Januar 2020
Wann ist ein Genreroman für eine Literatur-Rezensentin von Interesse? Wenn er mehr zu bieten hat als bloß einen gelungenen Spannungsbogen, eine interessante Falldarstellung oder Täter*innen- wie Opferpsychologie.
Zeitgenössische Literatur · 23. Dezember 2019
Mir dünkt, dieses Werk sei wie geschaffen, um nach Familienfeiern und Festivitäten in der Lektüre eines Episodenromans zu versinken, der um eine verschollene Abwesende kreist. Nicht nur des Titels wegen …
Wie Verhältnisse lähmen und jedes Leben vergiften: Maria Lazars fulminanter Debütroman »Die Vergiftung« erschien erstmals 1920 im Verlag Tal. »Reicher Einfall und behende Kraft im Figuralen« bescheinigte ihr damals Robert Musil. Dennoch wurde diese Literatin eineinhalb Jahrzehnte später im deutschsprachigen Raum ausgelöscht, alsdann vergessen: Frau, jüdische Herkunft, unbequeme Autorin und innovativer Kopf – das waren vier Argumente zu viel gegen sie.
Sachbücher · 17. Dezember 2019
»Der europäische Traum« wurde 2018 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Manchen mag der Blickwinkel irritieren, da es Europa im Titel führt und doch primär eine deutsche Perspektive erzählt. Anderen mag es zu wenig Handlungsanleitung beinhalten. Nennen wir es einen Versuch über die vier Lehren aus der Geschichte Europas und die Hoffnung, sie mögen um einer Zukunft willen beherzigt und eigenständig weitergedacht werden.
Lesereisen international · 16. Dezember 2019
Besuchen Sie Grimma im Muldental, wandern Sie auf Seumes und Göschens Spuren zwei Jahrhunderte zurück, lesen Sie die Klassiker der Aufklärung, erfahren Sie staunenswertes über den Buchdruck – oder machen Sie sich gar auf den Weg nach Syrakus, Seume und ein Notizbuch im Gepäck: So oder so, es wird sich für Sie lohnen!
Filme · 27. November 2019
»Mother!« von Darren Aronofsky, der bei dieser Produktion das Drehbuch schrieb und Regie führte, porträtiert in einer überwältigenden Bildsprache grundsätzliche Elemente des Arbeitsprozesses von Literat*innen. Der schwarze Humor, der sich unter anderem darin zeigt, dass Aronofsky für seine Erzählsprache Elemente des Horrorfilms und des Psychothrillers nutzte, mag nicht jedermann und jederfrau goutieren. Mir hingegen dünken diese gewählten Stilmittel in der inneren Bildsprache höchst zutreffend.
Klassiker der Weltliteratur · 18. November 2019
Unbedingte Leseempfehlung für jeden, der oder die bei Groteske und komischer Satire nicht hochnäsig abwehrt, den das Absurde in der Literatur der Moderne begeistert und der sich zudem in ein wahrhaft originelles Erzähluniversum begeben will!
Zeitgenössische Literatur · 24. Oktober 2019
Bodo Kirchhoff gestaltet anhand der Beziehung eines älteren Ehepaars die Geschichte einer Liebe in groben Zügen. Zu grob vielleicht; womöglich auch zu viel gewollt, denn das Themenpotpourri lädt den Figuren eine Last auf die Schultern, welche sie nicht tragen können …
Sachbücher · 24. Oktober 2019
Lesenswert! Basrie Sakiri-Muratis »Bleibende Spuren. Mein Weg vom Kosovo in die Schweiz«, ein zweiteiliger Bericht erschienen im Rotpunktverlag. Während der erste Abschnitt ihr politisches Engagement als Schülerin im Kosovo und daraus folgende Flucht thematisiert, folgt der zweite Teil den Jahren im Exil und bereichert mit reflektierten Einblicken. Sollte man sich nicht entgehen lassen!

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