Lesereisen · 20. Oktober 2019
Die Frankfurter Buchmesse zählt für mich nicht zu den Highlights des Jahres; mir ist die vertrautere Atmosphäre Leipzigs lieber als dieser Massenbetrieb, bei dem ich oft den Eindruck habe, es gehe höchstens am Rande um die Literatur an und für sich.
Lesereisen · 18. Oktober 2019
Was im Flug über Montenegro sogleich auffällt, ist die Formation der Landschaft.: Ein felsiger Bergrücken reiht sich an den anderen, läuft ihm quer oder schmiegt sich an. Aus dem Fenster des Fliegers betrachtet, fragt man sich, wo da überhaupt die Etablierung eines Ortes möglich sei. Berge, Grün, blaue Flüsse dazwischen … Selten ein Dach, ein Haus … Eine Studentin erzählte mir, es gehe die Fama um, dass die ersten Bewohner*innen des Landes vom Meer her kamen. Alles, was sie sahen,...
Literatur & Poetik · 09. Oktober 2019
Man nehme sich selbst und positioniere sich in der Auslage einer Buchhandlung, um allen zu sagen: »Seht her! Ich bin da! Und ich arbeite für euch.« Und warte, was alsdann geschieht, während man wie gewohnt werkt …
Lektüren · 09. Oktober 2019
Leonardo Padura macht es einem als Rezensent*in nicht leicht, denn was Leser*in zum Genuss wird – die Verwobenheit der Textur – erschwert das Darüber-Schreiben, will man nicht die inhaltlichen Geheimnisse lüften …
Lektüren · 03. Oktober 2019
Selten habe ich solch einen exzellenten Roman gelesen! Ja, ich gebe es zu: »Anna Karenina« war mir ein Genuss, von der ersten bis zur 1260ten Seite. Selbst wenn mir auch nach der Lektüre noch immer durchaus schleierhaft ist, weshalb Lew Tolstoi diesen Roman just nach jener Frauenfigur benannte, die in seinem Erzähluniversum nur eine von vielen Figuren darstellt. Eine Entscheidung, die er übrigens erst in der vierten Bearbeitungsfassung traf …
Literatur & Poetik · 21. September 2019
Wer als Stadtschreiber*in engagiert ist, wird befragt, und wenn bekannt wird, dass er oder sie nicht erstmals an jenem Ort wohnt, sondern zurückgekehrt ist, um so mehr. Unweigerlich wird man mit Erkundigungen zu ›Erinnerungen‹ konfrontiert; den eigenen – oder bleiben diese aus: den ihren. Ich habe nichts gegen Anekdoten einzuwenden, sie können mit ihrer Erheiterung den Dialog bereichern und eine Begegnung ermöglichen. Dominieren sie jedoch die Literatur, wird es bedenklich.
Lektüren · 12. September 2019
Ich mag Ziegen. Und stehen sie mir nicht mutterseelenallein mitten in der Landschaft gegenüber, sondern gucken frech vom Buchcover, auf der Suche nach irgendetwas, noch um vieles mehr. »Tamangur« stand als Titel darüber. Lautmalerisch fein, wie ich fand, denn – zugegeben – als Nicht-Schweizerin sagte mir dies Wort rein gar nichts. Ebenso wenig der Name: Leta Semadeni. Bislang. Das jedoch sollte sich bald nachhaltig ändern. 
Lektüren · 05. September 2019
Renate Welshs »Kieselsteine« sind eine wunderbar facettenreiche Sammlung kleiner Kostbarkeiten einer Kindheit. Wer dieser Autorin persönlich begegnen möchte, hat bei der Buchpräsentation der »Kieselsteine« am 17. September im Wiener Literaturhaus die Möglichkeit dazu.
Lektüren · 29. August 2019
Weshalb dieses Werk der Fantasy lesenswerte Crossover-Literature ist, lässt sich einfach erklären: George R. R. Martin schrieb eine sprachlich gelungene Erzählung für junge Leser*innen, die in einer phantastisch überhöhten Variante Märchenmotive wie Ausgeschlossenheit, Fremdheit, und innere Einsamkeit erzählerisch höchst gelungen darstellt, weshalb sie auch Erwachsene durchaus zu faszinieren versteht. Eine Lektüretipp zum beginnenden Schulanfang!
Lektüren · 22. August 2019
Manch junge Stimme sollte man im Auge und im Ohr behalten. Die 1981 in Frankfurt a. M. geborene Vanessa F. Fogel, die in Israel aufwuchs und in New York Vergleichende Literaturwissenschaft studierte, ist eine davon. Weissbooks ist es zu danken, dass dieses Werk in der Übersetzung von Eva Bonné deutschsprachigen Leser*innen zugänglich wurde. Lesen Sie es! »Hertzmann's Coffee« ist gelungene Erzählkunst, die gekonnt unterhält.

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