Während draußen der Lavendel drauf und dran ist, auch dieses Jahr wieder zu erblühen, lese ich Elke Laznias »Lavendellied«, tauche in erzählerische Landschaften ein und genieße den Sprachfluss der gewährten Einblicke.
In seinem Werk »Aufruhr« exemplifiziert Michael Scharang ein Österreich im Interregnum des fröhlichen Kampfes. Doch der Roman scheitert an der Lust des Autors, alles zu erklären.
Elisabeth R. Hagers Roman erzählt auf berührende Art und Weise von »5 Tagen im Mai«. Nicht von aufeinander folgenden, denn dazwischen liegen oft mehrere Jahre als eine Hand Finger hat. Immer aber spielen zwei Figuren eine entscheidende Rolle, Illy, eine jugendliche Suchende, und ihr Urgroßvater, Tat’ka genannt, sowie das grundsätzliche Thema ›Verantwortung‹.
Raoul Schrotts »Eine Geschichte des Windes oder Von dem deutschen Kanonier der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal« überzeugt auf beinahe jeder Seite und amüsiert zudem. Wer Geschichten über Entdeckerinnen und Entdeckern liebt, die einen in die Psyche dieser wagemutigen Waghalsigen eintauchen lassen, wird diesen Roman schätzen!
Literatur & Politik · 09. Mai 2020
20 Autorinnen wenden sich bewusst mittels Crowdfunding an Leser*innen und stellen der Buchbranche mit ihrem Versuch manche Frage. *Ein Pressetext mit persönlichen Ergänzungen der Literaturwissenschafterin und Literatin Marlen Schachinger, der sich auf die Verlagslandschaft in Österreich bezieht. Ein Feldversuch, ein kulturpolitischer Diskurs, denn: Die Wahrheit ist dem Menschen noch immer zumutbar!
Klassiker der Weltliteratur · 08. Mai 2020
Bram Stoker, 1847 in der Nähe von Dublin geboren, schrieb nebenberuflich Schundromane, wenn seine Arbeit als Manager des »Lyceum Theater« erledigt war; angeblich ausschließlich zur eigenen Entspannung, zum persönlichen Amüsement. Doch vielleicht auch des Traumes willen, ein weiteres Mal durch seine Wortkraft gesellschaftlich aufzusteigen?
Literatur & Poetik · 01. Mai 2020
Olga Tokarczuk weist in ihren Reden und Essays rund um die Nobelpreisverleihung auf Wesentliches hin: Was Literatur vermag und weshalb sie uns auch in Zukunft bedeutsam sein soll! Sie gibt Menschen eine Stimme, ist Weltvermittlerin und lehrt uns, dem Fragment zu vertrauen, weil sie in ihren Bruchstücken das große Ganze des Lebens und Seins widerspiegelt!
Literatur & Poetik · 22. April 2020
Während meine 19 Kolleginnen und ich im Projekt »Arbeit statt Almosen« (https://www.startnext.com/fragmente)  gerade eben die Grundzüge von 20 möglichen Szenarien entwerfen, um sie Ihnen nach Ihrer Vorbestellung zur Lektüre zu offerieren, feiern wir den Welttag des Buches, und in meine Konzeptarbeit schleicht sich die Frage nach dem ›Wozu?‹: Wozu lesen? Und macht es einen Unterschied, was wir uns vor Augen halten? Für Verlage ist wenigstens zu 50% der Profit eine Antwort. Aber für uns Lesende?
Literatur & Politik · 17. April 2020
»Arbeit statt Almosen« ist nicht ›noch-ein-Covid-Projekt‹ und auch nicht bloß ein Crowdfunding-Solidaritätsprojekt für und von Autorinnen, sondern es soll vor allem ein Zeichen für die Zeit ›danach‹ setzen, Synonym für ›nach der Krise‹; und derer gibt es wahrhaftig genug, wirtschaftlich, politisch, privat. Statt zu jammern, was keinen interessiert, brechen wir lieber zur Entdeckungsreise auf, erkunden Neuland, und laden Leserinnen und Leser ein, uns zu begleiten!
Meiner Namensvetterin Marlen Haushoher, der ich diese Kurzform zu Maria Helena verdanke, wäre am 11. April 100 Jahre geworden, hätte der Krebs sie nicht 1970 – mit gerade mal 50 – zum Sterben verurteilt. Eine Literatin, die ich seit meiner Kindheit schätze, weil sie hinter Fassaden blickte und Scheinwelten entlarvte, und deren Werk noch immer verkannt, abgewertet, heruntergespielt wird; wohl auch weil es das miefige österreichische Bürgertum der 1950er– und 1960er-Jahre fokussiert.

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