Lektüren · 02. Juli 2018
»Der Friedhof in Prag« folgt den Spuren der wohl weltbekanntesten Fälschung, die jemals aus politischen Gründen initiiert wurde, und verdeutlicht nicht nur das Infame dieser ›Protokolle‹, sondern schildert zudem die verschworene Welt der Spione und Geheimagenten.
Lektüren · 11. Juni 2018
Evelyn Waughs »Wiedersehen mit Brideshead« wird gemeinhin gerne F. Scott Fitzgeralds Meisterwerk »Der große Gatsby« als Pendant gegenübergestellt – ein Vergleich, der nicht hält, was er verspricht.
Lektüren · 04. Juni 2018
Manche Werke der Weltliteratur sind einem ein Ärgernis. Entscheidend ist dabei die Frage, ob dieses Zürnen bereits am Beginn oder erst im Lauf der Lektüre seinen Höhepunkt erreicht. Beide Varianten können zum Abbruch der Begegnung führen. Was jedoch tun, streiten sich Autor und Nachwortverfasser um den Olymp des Zorns? Und weshalb es sich dennoch lohnen kann, einen Roman wie »Wiedersehen in Brideshead« von Evelyn Waugh zu lesen!
Lektüren · 07. Mai 2018
»Jud Süß« ist kein Plot wie jeder andere. Dafür sorgte nicht bloß Veit Harlan, der Mann hinter dem gleichnamigen Propagandafilm der Nationalsozialist*innen; das griffe zu kurz. Antisemitismus und freier Umgang mit historischen Fakten, bis Ende des 20. Jahrhunderts nicht zugängliche Dokumente und Akten förderten eine verzerrte Sicht auf die historische Persönlichkeit des Joseph Süß Oppenheimer.
Literatur & Poetik · 02. Mai 2018
Was wollen LeserInnen lesen – diese Frage scheint mittlerweile dominanter geworden zu sein als diejenige nach der Beschaffenheit der Literatur. Wir sind von Jean-Paul Sartre zu Verkaufslisten galoppiert und scheinen das auch noch gut zu finden. Was aber bleibt dabei auf der Strecke, und wohin führt uns der ›feel good‹-Roman?
Lesereisen · 28. April 2018
Lesereisen wie diese in die Ukraine inspirieren. Nicht nur des Blicks auf eine andere Lesekultur wegen oder der neuen Eindrücke, die eigene Welthaltigkeit nähren. Es sind vor allem die Begegnungen, welche bereichern!
Literatur & Poetik · 04. April 2018
Ein Einspruchsgrund gegen den Nobelpreis war dieser Roman, der Literaturgeschichte schrieb. Thomas Manns »Zauberberg« ist die bis heute faszinierende Darstellung einer Epoche, ein Zeitroman im doppelten Sinn, angesiedelt im geschlossenen Raum eines Lungensanatoriums, am Vorabend des ersten Weltkriegs. Was über das eingesetzte Strukturmittel ›Zeit‹ in der Verwobenheit des umfassenden Romans hinaus noch auffällt, ist Thomas Manns Vorliebe für codierte Sprache, implizite Hinweise auf Sexualität …
Lektüren · 05. März 2018
Haben Sie sich jemals gefragt, ob Sie für das Verhalten Ihrer Kinder anderen gegenüber verantwortlich sind? – Therese in Arthur Schnitzlers gleichnamigem Roman ergeht es so. Ihr über sich selbst verhängter Schuldspruch, nimmt alle Schandtaten des Sohnes auf sich; unabhängig ob es sich dabei um Gaunerei oder Zuhälterei handelt, selbst den finalen Mord an ihr, der Mutter. Statt den Sohn je in die Verantwortung zu nehmen. Wiederholt lässt sie sich von ihm um Geld erpressen, welches ihr...
Literatur & Poetik · 05. Februar 2018
Oder: Weshalb man sich mancher Werke bloß mit dem Adjektiv ›nett‹ erinnert, während James Joyce, Thomas Mann und Virginia Woolf im Gedächtnis bleiben Sie sind mal wieder en vogue, die Herren, die schreiben wollen, meist nicht können oder zumindest kein Ende ihrer Erzählungen finden; sie tummeln und lümmeln sich auf der Kinoleinwand und in Buchseiten. Besonders der amerikanische Film entdeckte in diesem Jahrzehnt erneut den Literaten als Figur, die ordnungsgemäß dramatisch mit sich...
Lektüren · 07. Januar 2018
Relektüren – insbesondere auch von Säulenheiligen eigener Schreibbiographie – können einem manchmal Enttäuschendes bescheren, nicht nur weil die Leseerinnerung – verankert an manch einer Szene, die im Gedächtnis blieb – oft einer späteren Prüfung nicht standhält; ab und an weil Erzählgesten und -modi einem Jahrzehnte später nicht mehr zu genügen vermögen: »Oft will mir scheinen, daß ich nur damals, als Dreizehn- und Vierzehnjähriger, wirklich zu lesen verstand. Wie...

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