Klassiker der Weltliteratur · 09. April 2022
Gertrude Stein: Was zu beweisen ist. Oder: Der Roman, den sie ›vergaß‹.
1903 schrieb Gertrude Stein einen ersten Roman, angelehnt an Ereignisse in ihrem Leben, die sie nachhaltig beschäftigten. Statt ihn jedoch zu publizieren, ›vergaß‹ sie ihn. Die Geschichte eines Romans und seines Plots, der dennoch Kreise zog.
Klassiker der Weltliteratur · 25. März 2022
»Zwischen neun und neun« kann alles oder nichts geschehen. Oder: Leo Perutz und der phantastische Roman
Mit Sicherheit ist Leo Perutz’ »Zwischen neun und neun« (1918 erstmals erschienen) ein Roman, dessen konstante Spannung aus der gewählten Struktur entsteht. Diese erzeugt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann; und auch nicht will.
Lektüren · 12. März 2022
Erinnerungen, die Empfindungen wachrufen. Es fragt sich nur wie …
Ein Band mit hohem Anspruch: 14 Mal sollen Erinnerungen zeitgenössischer Autor*innen ihre Empfindungen wachrufen, und würde der Versuch glücken, geschähe dies im Lesenden gleichfalls.
Wiederentdeckt: Marta Karlweis. Oder: Wenn einem der Expressionismus Schwindel verursacht.
Ungemein erfreulich ist es, dass Werke des österreichischen Expressionismus endlich wieder aufgelegt und somit den Lesenden erneut zugänglich gemacht werden. Albert Eibl vom Verlag »Das vergessene Buch« sei Dank. Wer sich zum ersten Mal lesend in einen Roman dieser Epoche wagt, hat zwar auf den ersten Seiten eine kleinere (Sprach-)Hürde zu bewältigen, wird aber, sobald man sich an den anderen Duktus gewöhnt hat, mit erstaunlichem Genuss belohnt.
Literatur & Politik · 30. Januar 2022
Skandalprinzessin: Rote Erzherzogin 
Es gibt Biographien. Und Biographien. Diese hier gehört zu jenen, deren Lektüre sich mehrfach lohnt. Nicht nur weil sie die Person Elisabeth Petzek greifbar macht, sondern auch weil sie ein umfassendes Bild der Jahrzehnte des Wandels zeichnet. 
Zeitgenössische Literatur · 15. Januar 2022
Der wohl spannendste Roman über Vögel
Mit »Sturz der Tage in die Nacht« schuf Antje Rávic Strubel einen äußerst klugen Roman über den Dämon Mensch. 
01. Januar 2022
Der Roman als Kaleidoskop. Oder: Virginia Woolfs »Wellen«
Virginia Woolfs experimenteller Roman »Die Wellen« überzeugt, fasziniert und bezaubert auch heute, 90 Jahre nach seiner ersten Publikation, noch immer. Das liegt auch am Einsatz der Strukturelemente.
24 Ermunterungen für einen Tag · 24. Dezember 2021
Was sind Sie noch da?
Was sind Sie noch hier? Heute ist der 24. Dezember – machen Sie etwas daraus! Für sich selbst, für andere! Und vergessen Sie ›Perfektion‹, vergessen Sie die unsinnige Erwartung, heute sei ›der Himmel auf Erden‹, Friede, Freude, Eierkuchen. Den brauchen Sie nicht. Weil es nicht darum geht, sondern einzig darum, wie Sie damit umgehen: mit dieser Zeit, die Ihnen dieser Tag schenkt, mit diesen Menschen, die Sie umgeben. Alle. Ausnahmslos. Seien es Ihnen liebe Zeitgenoss*innen oder seien...
24 Ermunterungen für einen Tag · 23. Dezember 2021
Ich im Wir-Geflecht
Sie denken, es sei auf diesen Seiten viel vom Ich die Rede gewesen und wenig vom Du? Das mag auf den ersten Blick so scheinen, aber vielleicht ist heute ein guter Tag – nein, nicht um den Weihnachtsputz zu erledigen! Kein Fest hat je an Festlichkeit eingebüßt oder an Wert gewonnen, weil die Wohnung auf Hochglanz poliert war! Sollte Ihre Schwiegermutter, Ihre Mutter die Augenbrauen hochziehen, erinnern Sie sie an den Stall: Der wurde mit Sicherheit weder ausgefegt noch aufgehübscht, nicht...

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