25. Juli 2026
Danke. Aber: Danke, nein!
Eine ausgesprochene Leseempfehlung für diese Slice-of-Life-Stories. Hans Augustin lohnt die Entdeckung mit fesselnder Lektüre!
Was soll man davon halten, dass gerne, sehr gerne Romane erneut aufgelegt werden, die einst beliebt waren? Die Literaturwissenschafterin in mir freut sich darüber, das gebe ich gerne zu. Und die Autorin, die sich für Motivgeschichte interessiert, ebenso. Aber lohnt es sich, diesen Roman zu lesen und weshalb geriet diese oberösterreichische Literatin derart in Vergessenheit?
Auf mehren Zeitebenen werden diverse Ereignisse erzählt, die in weiterer Folge Todesfälle mit sich bringen. Nach und nach entsteht ein Gesamtbild, das eindrücklich vermittelt, wie prägend die 1974-er Jahre für Zypern waren. Dabei beginnt doch alles mit einer Romeo-und-Julia-Geschichte – oder gerade deswegen?
Wien, um 1912: Absalon Laich, ein Journalist Mitte 30, der bessere Jahre kannte als jene der Gegenwart, strandet in der Stadt. Seine Reportagen über Amerika sowie über das Kulturleben in Wien erhalten gerade eben seine Existenz in einem Untermietszimmer der Fabriksarbeiterin Miczek und ihrer Familie. Als diese vor seinen Augen ihr jüngst geborenes Kind mit einer Nadel sticht, es zu ermorden versucht, wie er vermutet, kann er das eben bezogene ärmliche Zimmer nicht sogleich wieder kündigen....
Wer einen großartigen Roman sucht, in den man lesend eintaucht, um alles rundum zu vergessen, dabei aber Tiefgang und sprachliche Originalität nicht missen möchte, der oder die wird mit dieser Geschichte glücklich sein, die ich allen meinen Mitleser*innen ganz besonders empfehlen möchte.
Kafkas »Verwandlung«?
Bekannt.
Lispectors »Die Passion nach G. H.«?
Bringt, was der Titel verspricht: die Geschichte einer Begegnung mit sich selbst, durch die Verwandlung beginnt. Zu spiegelnden Elementen werden dabei einerseits eine unerwartete Wandmalerei im Zimmer des Dienstmädchens und eine Kakerlake, die im Affekt des Ekels getötet werden soll, was jedoch misslingt. Eine kreisende Befragung des erzählenden Ichs ist die Konsequenz …
Kaum jemand wird diese kanadische Autorin noch kennen, deren Roman »Gebrauchtes Glück« Literaturgeschichte schrieb. Ein großartiges Werk – lesenswert, just in unseren Tagen!
Wer eine (Lebens-)Reise vor sich hat, kann sie mit diesem Roman faszinierender gestalten – aber Vorsicht: Es empfiehlt sich, einen Wecker zu stellen, sollte man währenddessen eine reale physische Bewegung von A nach B unternehmen. Sonst könnte es sein, dass man seine Station verpasst!
Wird die KI unser Schreiben ersetzen? Dieser beunruhigenden Frage stellt Paul Divjak in einer klugen Versuchungsanordnung eine poetische Antwort gegenüber, die sehr erhellend ist!