Lektüren · 17. März 2019
»John Thomas & Lady Jane« ist ein sonderbarer Roman; nicht nur, da diese zweite Fassung der Lady Chatterley ihren Titel dem abwertenden Kommentar einer Erstleserin verdankt, oder weil ihr fulminanter Beginn alsdann wie ein rostiger Karren auf einem Steinweg, Schlaglöcher gesäumt, ins Holpern gerät – bevor er erneut, doch wiederum unter anderen Vorzeichen, rasant Fahrt aufnimmt.
Lektüren · 03. März 2019
Wer Michel Houellebecqs Schaffen mitverfolgt, weiß mittlerweile, was ihn oder sie in jedem Roman erwartet, von Provokation kann daher keine Rede sein. Sie nutzt sich ab, wie jede mehrfach gesetzte Handlung. 
Lektüren · 04. Februar 2019
»Der Trafikant« verhalf dem Romancier R. Seethaler zum Durchbruch. Was aber ist dran an der Geschichte, an ihrer Erzählart? Was trug zu jenem erstaunlichen Echo bei, dass sie erfuhr, denn offenbar sprach und spricht dieses Werk unterschiedlichste Leser*innen gleichermaßen an, sodass mal kurzerhand auf die ansonsten so gern gesetzte Frist eines halben Jahres vergessen wird? [Als hätte Literatur selbst ein Ablaufdatum, bloß weil ›der Betrieb› so gerne im ewig bemühten ›Weiter! Weiter!‹ drängt …]
Lektüren · 04. Februar 2019
Manchmal biege ich um eine Ecke und entdecke das Paradies, steige in einen Krater und berge Diamanten, durchblättere ein Buch – und finde einen Schatz an einer Haltestelle in der Wüste. 
Lektüren · 07. Januar 2019
Jean Améry klagt Gustave Flaubert an: In seinem 1978 erschienen Werk »Charles Bovary, Landarzt. Porträt eines einfachen Mannes« fordert Améry mit einer polemischen Heftigkeit, die einen manchmal sprachlos zurücklässt, erzählerische Gerechtigkeit für Emmas Gatten Charles. Denn an der habe Flaubert es fehlen lassen. Und dies aus unlauteren Motiven – just da wird es jedoch brenzlig.
Lektüren · 02. November 2018
Bloß ›ein halber Feiertag‹ ist der 2. November, ein daher stolpernder-holpernder also, einer, der es nicht schaffte, in die Liste der wahrhaftigen Ruhetage aufgenommen zu werden, die zum Innehalten und Nachsinnen vorgesehen sind. So relevant dünken uns Seelen eben nicht. Dass sie Ruhe bräuchten, damit danach das Leben erneut zielgerichtet voranschreiten möge … Während die evangelische Kirche diesen Tag als Festtag aller Verstorbenen, tituliert als Buß- und Bettag, bei den Lebenden...
Lektüren · 01. Oktober 2018
Über den sich verändernden Kanon der Weltliteratur, die Historie des Fortsetzungsromans – von Pinocchio bis Stephen King – und weshalb es sich lohnt, »Effi Briest« zu lesen, selbst wenn Duelle wegen Liebesaffären und damit einhergehender Ehrbeleidigungen nicht mehr an der Tagesordnung stehen mögen …
Literatur & Poetik · 24. September 2018
Wir, die Lehrenden des Instituts für Narrative Kunst, haben uns den page 99 test von Ford Madox Ford zum Vorbild genommen, um zu zeigen, wie Literat*innen lesen und gerade auch in Seminaren zum Literarischen Schreiben mit Referenztexten arbeiten. Im Gegensatz zu Ford Maddox Ford wählten wir uns die Seite 33 und spannen hier im Intro außerdem einen knappen Bogen auf das Gesamtwerk … Ein Urteil über die literarische Qualität ist uns nicht primäres Anliegen, sondern der Lernakt aus der Lektüre …
Literatur & Poetik · 09. September 2018
Wir, die Lehrenden des Instituts für Narrative Kunst, haben uns den page 99 test von Ford Madox Ford zum Vorbild genommen, um zu zeigen, wie Literat*innen lesen und gerade auch in Seminaren zum Literarischen Schreiben mit Referenztexten arbeiten. Im Gegensatz zu Ford Maddox Ford wählten wir uns die Seite 33 und spannen hier im Intro außerdem einen knappen Bogen auf das Gesamtwerk … Ein Urteil über die literarische Qualität ist uns nicht primäres Anliegen, sondern der Lernakt aus der Lektüre …
Lektüren · 29. August 2018
Was »Emma Bovary« rund 160 Jahre nach Erscheinen noch immer grandiose Lektüre sein lässt: Die Kunstgriffe mit Hilfe derer Flaubert dieses Erzähluniversum gestaltet! Von Kommunizierenden Röhren über Zeitsprünge bis zu Geschlossenen Vorhängen ist die Rede …

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