Wien, um 1912: Absalon Laich, ein Journalist Mitte 30, der bessere Jahre kannte als jene der Gegenwart, strandet in der Stadt. Seine Reportagen über Amerika sowie über das Kulturleben in Wien erhalten gerade eben seine Existenz in einem Untermietszimmer der Fabriksarbeiterin Miczek und ihrer Familie. Als diese vor seinen Augen ihr jüngst geborenes Kind mit einer Nadel sticht, es zu ermorden versucht, wie er vermutet, kann er das eben bezogene ärmliche Zimmer nicht sogleich wieder kündigen....
… ist Ende Mai hier zu lesen
Wer einen großartigen Roman sucht, in den man lesend eintaucht, um alles rundum zu vergessen, dabei aber Tiefgang und sprachliche Originalität nicht missen möchte, der oder die wird mit dieser Geschichte glücklich sein, die ich allen meinen Mitleser*innen ganz besonders empfehlen möchte.
Kafkas »Verwandlung«?
Bekannt.
Lispectors »Die Passion nach G. H.«?
Bringt, was der Titel verspricht: die Geschichte einer Begegnung mit sich selbst, durch die Verwandlung beginnt. Zu spiegelnden Elementen werden dabei einerseits eine unerwartete Wandmalerei im Zimmer des Dienstmädchens und eine Kakerlake, die im Affekt des Ekels getötet werden soll, was jedoch misslingt. Eine kreisende Befragung des erzählenden Ichs ist die Konsequenz …
Kaum jemand wird diese kanadische Autorin noch kennen, deren Roman »Gebrauchtes Glück« Literaturgeschichte schrieb. Ein großartiges Werk – lesenswert, just in unseren Tagen!
Wer eine (Lebens-)Reise vor sich hat, kann sie mit diesem Roman faszinierender gestalten – aber Vorsicht: Es empfiehlt sich, einen Wecker zu stellen, sollte man währenddessen eine reale physische Bewegung von A nach B unternehmen. Sonst könnte es sein, dass man seine Station verpasst!
Wird die KI unser Schreiben ersetzen? Dieser beunruhigenden Frage stellt Paul Divjak in einer klugen Versuchungsanordnung eine poetische Antwort gegenüber, die sehr erhellend ist!
Literatur & Politik · 15. Februar 2026
Wer sich nie gefragt hat, unter welchen Bedingungen Bio-Gemüse aus inländischer Landwirtschaft produziert wird, der sollte dringend Constantin Göttfert »Duffeks Hände« (Limbus Verlag) lesen. Auch wenn jener Mensch alsdann Gefahr läuft, lieber einen eigenen Gemüsegarten bewirtschaften zu wollen, statt sich im Supermarkt mit den Etiketten ›BIO‹ oder ›REGIONAL‹ zufrieden zu geben.
(Und für alle anderen gilt sowieso: ein lesenswerter Roman!)
Lektüren · 15. Dezember 2025
Wie sollte man um diese Jahreszeit nicht Sehnsucht nach dem Meer haben – wenn es nachmittags um vier bereits stockdunkle Nacht ist und das Wasser des Sees durch eine zarte Eisschicht schimmert? Grund genug für ein Fenster in die Weite, geöffnet für mehr (Meer-)Lektüre. Und sicherlich ist auch das eine oder andere Präsent dabei zu entdecken …
Lektüren · 12. Dezember 2025
Manche Lektüre, die uns verärgert, setzt ein Nachdenken in Gang – und das ist auch nicht zu verachten! Insbesondere, wenn es uns dazu bringt, unserer Zeit – und unserer Zeitgestaltung! – mitzuteilen, dass wir so nicht weitermachen wollen.
Ein Geschenk also, ja, ein Geschenk … auch wenn wir nicht wissen, wohin uns dies bringen wird.