Klassiker der Weltliteratur

Klassiker der Weltliteratur · 11. Mai 2026
Else Feldmann »Der Leib der Mutter«. Oder: Drückend, ja, aber die Wahrheit.
Wien, um 1912: Absalon Laich, ein Journalist Mitte 30, der bessere Jahre kannte als jene der Gegenwart, strandet in der Stadt. Seine Reportagen über Amerika sowie über das Kulturleben in Wien erhalten gerade eben seine Existenz in einem Untermietszimmer der Fabriksarbeiterin Miczek und ihrer Familie. Als diese vor seinen Augen ihr jüngst geborenes Kind mit einer Nadel sticht, es zu ermorden versucht, wie er vermutet, kann er das eben bezogene ärmliche Zimmer nicht sogleich wieder kündigen....
Klassiker der Weltliteratur · 17. April 2026
Zora Neale Hurston: Vor ihren Augen sahen sie Gott. Oder: Vom Einholen des Horizonts, groß wie ein Fischernetz.
Wer einen großartigen Roman sucht, in den man lesend eintaucht, um alles rundum zu vergessen, dabei aber Tiefgang und sprachliche Originalität nicht missen möchte, der oder die wird mit dieser Geschichte glücklich sein, die ich allen meinen Mitleser*innen ganz besonders empfehlen möchte.
Klassiker der Weltliteratur · 17. April 2026
Clarice Lispector: Die Passion nach G. H. Oder: Von Wandzeichnungen, Kakerlaken und dem Salz der Geduld
Kafkas »Verwandlung«? Bekannt. Lispectors »Die Passion nach G. H.«? Bringt, was der Titel verspricht: die Geschichte einer Begegnung mit sich selbst, durch die Verwandlung beginnt. Zu spiegelnden Elementen werden dabei einerseits eine unerwartete Wandmalerei im Zimmer des Dienstmädchens und eine Kakerlake, die im Affekt des Ekels getötet werden soll, was jedoch misslingt. Eine kreisende Befragung des erzählenden Ichs ist die Konsequenz …
Klassiker der Weltliteratur · 03. April 2026
Gabrielle Roy »Gebrauchtes Glück«. Oder: eine Entdeckung, die ich dringend zur Lektüre empfehle.
Kaum jemand wird diese kanadische Autorin noch kennen, deren Roman »Gebrauchtes Glück« Literaturgeschichte schrieb. Ein großartiges Werk – lesenswert, just in unseren Tagen!
Klassiker der Weltliteratur · 28. November 2025
Eine Frau verändert im 5. Jahr ihrer Ehe ihr Leben eines Nachts drastisch und setzt damit eine Kette an Ereignissen in Gang, die mehrere Leben unwiderruflich verändern.
Klassiker der Weltliteratur · 05. September 2025
Maggie Tulliver, ungestüm und klug, verehrt ihren Bruder Tom und versucht erfolglos, die Anerkennung der Eltern zu gewinnen. Als der Vater die Mühle verliert und Tom mit einem Berg Schulden die weitere Existenz der Familie schultern muss, verändert sich auch die Beziehung zwischen den Geschwistern. Ein Klassiker der Weltliteratur, den man – nicht nur, aber auch – an Regentagen bestens lesen kann!
Klassiker der Weltliteratur · 08. August 2025
Carme Rieira »Und ich lass dir als Pfand das Meer«. Oder: Beunruhigende Strandlektüre hat auch etwas für sich!
Mitte der 1970er-Jahre verfasste die 1948 in Palma de Mallorca geborene katalanische Autorin und Professorin für spanische Philologie an der Universität von Barcelona den durchaus mutigen Erzählband »Te deix, amor, la mar com a penyora«. Leider sind bis heute noch immer viel zu wenige ihrer Arbeiten ins Deutsche übersetzt, sodass wir mit diesem kleinen, feinen Band im Mareverlag hoffentlich eine Entdeckung mit weiteren Folgen vor uns haben!
Klassiker der Weltliteratur · 27. Juli 2025
Katherine Mansfield »In der Bucht«. Oder: eine kleine, feine Überraschung.
Die Erzählung beginnt mit einem auktorialen Blick über eine Meerlandschaft am frühen Morgen, leicht verregnet, in der noch keiner unterwegs ist, außer eine Schafherde samt ihrem Hütehund und ihrem Schäfer. Mit ungemein feinen Pinselstrich wird dabei eine Landschaft in Sprache lebendig. Stanley Burnell kommt aus einem der Bungalows: »Das Wasser schäumt um seine Beine, als Stanley Burnell jubelnd hindurch watete. Erster, wie immer!« (S. 17) Mit diesen Worten wird er eingeführt und uns...
Klassiker der Weltliteratur · 18. April 2025
Peter Altenberg »Neues Altes«. Oder: Soll man? Wie ein Werk rezensieren, zu dem im Nachwort ein Essay nötig wäre.
Wie ein Werk rezensieren, dessen Autor uns mit Abscheu füllt – und dessen Werk wir dennoch schätzen? Fürwahr, eine alte Diskussion. Aber nicht minder wichtig deswegen, dass wir uns darüber Gedanken machen.
Klassiker der Weltliteratur · 20. September 2024
Colette: Erwachende Herzen. Oder: Der Übersetzungstitel ist ein Schmarren. Ohne Kaiser und Rosinen.
Ähnlich wie in Hesses »Heumond« (Vgl. dazu den Beitrag in der #Mitlese) wird auch in Colettes Roman »Le Blé en Herbe« die Geschichte einer ersten erwachenden Liebe erzählt. Nur auf recht andere Art! (Verwendetes Titelbild: Colette in Rêve d’Égypte (1907; Photo von Léopold-Émile Reutlinger, gemeinfrei)

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