Klassiker der Weltliteratur

Klassiker der Weltliteratur · 20. Januar 2023
Von der Seele der Haut, ihren Tönen und den Krallen der Katzen. Oder: Colettes Erzählung »Eifersucht«
Manchmal sind Übersetzungstitel treffender als ihr Original. »Eifersucht«, dieser kleine feine Roman Colettes, ist ein Paradebeispiel dafür. Der französische Titel »La Chatte«, die Katze, würde auf Deutsch über das Tier hinausgehende Assoziationen nach sich ziehen und auch klanglich im besten Fall einen kratzenden Sprung spiegeln. Eine spätere Ausgabe der gleichen Übersetzung, die 2018 im Verlag »Ebersbach & Simon« erschien, tituliert sich hingegen wieder »Die Katze«.
Klassiker der Weltliteratur · 06. Januar 2023
Literarische Lieblinge aus meiner Hausapotheke. Oder: Der Genuss, Tage mit Gertrude Steins »Tender Buttons« zu verbringen.
Jede*er hat wohl seine oder ihre literarischen Vorlieben. Für mich sind Gertrude Steins »Tender Buttons«, die so gerne mit den Worten ›unmöglich, gelesen zu werden‹ verteufelt werden, solch ein Schatz, und ich finde, »Frühstück« sollte man sich zur Sonntagsgewohnheit machen!
Klassiker der Weltliteratur · 08. Dezember 2022
Was es mir ›nutzte‹, George Sand in diesem Sommer zu lesen. Oder: Vom (Lebens)Mut.
Social Media Foren können einen derart ärgern, dass ich mehr als einmal bereits überlegte, ihnen den Rücken zu kehren. (Wer wohl nicht?) Weder habe ich Lust auf weitere maskuline Inszenierungen als Onan noch möchte ich Spielball für Algorithmen-Reflexionen sein oder mit Werbeanzeigen zum Suchverlauf bombardiert werden – weil ich dies oder das eben für die Gestaltung einer Figur recherchierte. Sie können aber auch ein Nachdenken anstoßen, manchmal sogar aus dem Ärger, den sie zuvor initiierten:
Klassiker der Weltliteratur · 11. November 2022
Von Holzklötzen und den guten Tagen der Ochsen. Oder: Was hat Somerset Maughams »Mrs. Craddock« mit »Lady Chatterley« zu tun?
Ich entschloss mich, diesem Autor, den ich als ›konventionell, eher uninteressant‹ im Gedächtnis abgespeichert hatte, eine Chance zu geben. Keine Ahnung, woher sich dieses Urteil in meinem Bewusstsein gebildet hatte, an eine Romanlektüre kann ich mich nämlich nicht erinnern, wenn, dann müsste sie wohl in Jugendtagen geschehen sein, als ich mich die Leihbibliothek rauf und runter las.
Klassiker der Weltliteratur · 27. Oktober 2022
Lou Andreas-Salomé, die Psychoanalyse und die Literatur. Oder: Über »Ruth«, Rollenbilder und das Wachsen zu eigenem Sein
Lou Andreas-Salomés wohl berühmteste Erzählung »Ruth«, die auch heute noch berührt; trotz des etwas pathetischen Gestaltungsatems an den emotionalsten Stellen. Die Auseinandersetzung mit diesem Werk des endenden 19. Jahrhunderts lohnt sich auf jeden Fall, zudem es auch Einblicke in eine literarische sowie gesellschaftliche Entwicklung bietet.
Klassiker der Weltliteratur · 21. Oktober 2022
Eine Meisterin der Kurzgeschichte oder: Anais Nins Erzählungen in »Unter einer Glasglocke«
Höchste Zeit für eine Renaissance: Man lese Anaïs Nins Erzählungen und vergesse alles, was man da oder dort über sie hörte. Es tut not, sich ohne vorgefasste Bilder, Urteile und Ansprüche außerhalb der Erzählwelt in diese Prosa zu vertiefen; um ihrer selbst willen.
Klassiker der Weltliteratur · 01. Oktober 2022
Nichts hat dieser kluge Essay Virginia Woolfs an Relevanz eingebüßt, weder hinsichtlicher der brennenden Frage, wie Krieg zu verhindern sei, noch im Hinblick auf die Bildungsmisere, den Existenzkampf, den Überlebenskampf in der Arbeitswelt, der oft genug dazu führt, dass sich der Verstand zu verkaufen hat: Was schlimmer sei als einen Körper zu verkaufen, so Woolf!
Klassiker der Weltliteratur · 09. April 2022
Gertrude Stein: Was zu beweisen ist. Oder: Der Roman, den sie ›vergaß‹.
1903 schrieb Gertrude Stein einen ersten Roman, angelehnt an Ereignisse in ihrem Leben, die sie nachhaltig beschäftigten. Statt ihn jedoch zu publizieren, ›vergaß‹ sie ihn. Die Geschichte eines Romans und seines Plots, der dennoch Kreise zog.
Klassiker der Weltliteratur · 25. März 2022
»Zwischen neun und neun« kann alles oder nichts geschehen. Oder: Leo Perutz und der phantastische Roman
Mit Sicherheit ist Leo Perutz’ »Zwischen neun und neun« (1918 erstmals erschienen) ein Roman, dessen konstante Spannung aus der gewählten Struktur entsteht. Diese erzeugt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann; und auch nicht will.
Klassiker der Weltliteratur · 19. November 2020
Im Dialog mit Antje Rávik Strubel über dringend nötige Orgien und den Rausch. Oder ein Zimmer für sich allein.
Als ich erfuhr, dass die von mir sehr geschätzte Kollegin Antje Rávik Strubel an einer Neuübersetzung von Virginia Woolfs »Ein Zimmer für sich allein« arbeitet, stellte ich ihr zu dieser Initiative manch neugierige Frage, die sie mir freundlicherweise erstaunlich umfangreich beantwortete. Ein Dialog der Autorinnen über das Übersetzen, das Schreiben, die Politik in der Literatur und die neue Lust am Eintauchen.

Mehr anzeigen