Klassiker der Weltliteratur
Wien, um 1912: Absalon Laich, ein Journalist Mitte 30, der bessere Jahre kannte als jene der Gegenwart, strandet in der Stadt. Seine Reportagen über Amerika sowie über das Kulturleben in Wien erhalten gerade eben seine Existenz in einem Untermietszimmer der Fabriksarbeiterin Miczek und ihrer Familie. Als diese vor seinen Augen ihr jüngst geborenes Kind mit einer Nadel sticht, es zu ermorden versucht, wie er vermutet, kann er das eben bezogene ärmliche Zimmer nicht sogleich wieder kündigen....
Wer einen großartigen Roman sucht, in den man lesend eintaucht, um alles rundum zu vergessen, dabei aber Tiefgang und sprachliche Originalität nicht missen möchte, der oder die wird mit dieser Geschichte glücklich sein, die ich allen meinen Mitleser*innen ganz besonders empfehlen möchte.
Kafkas »Verwandlung«?
Bekannt.
Lispectors »Die Passion nach G. H.«?
Bringt, was der Titel verspricht: die Geschichte einer Begegnung mit sich selbst, durch die Verwandlung beginnt. Zu spiegelnden Elementen werden dabei einerseits eine unerwartete Wandmalerei im Zimmer des Dienstmädchens und eine Kakerlake, die im Affekt des Ekels getötet werden soll, was jedoch misslingt. Eine kreisende Befragung des erzählenden Ichs ist die Konsequenz …
Kaum jemand wird diese kanadische Autorin noch kennen, deren Roman »Gebrauchtes Glück« Literaturgeschichte schrieb. Ein großartiges Werk – lesenswert, just in unseren Tagen!
Eine Frau verändert im 5. Jahr ihrer Ehe ihr Leben eines Nachts drastisch und setzt damit eine Kette an Ereignissen in Gang, die mehrere Leben unwiderruflich verändern.
Maggie Tulliver, ungestüm und klug, verehrt ihren Bruder Tom und versucht erfolglos, die Anerkennung der Eltern zu gewinnen. Als der Vater die Mühle verliert und Tom mit einem Berg Schulden die weitere Existenz der Familie schultern muss, verändert sich auch die Beziehung zwischen den Geschwistern. Ein Klassiker der Weltliteratur, den man – nicht nur, aber auch – an Regentagen bestens lesen kann!
Mitte der 1970er-Jahre verfasste die 1948 in Palma de Mallorca geborene katalanische Autorin und Professorin für spanische Philologie an der Universität von Barcelona den durchaus mutigen Erzählband »Te deix, amor, la mar com a penyora«. Leider sind bis heute noch immer viel zu wenige ihrer Arbeiten ins Deutsche übersetzt, sodass wir mit diesem kleinen, feinen Band im Mareverlag hoffentlich eine Entdeckung mit weiteren Folgen vor uns haben!
Die Erzählung beginnt mit einem auktorialen Blick über eine Meerlandschaft am frühen Morgen, leicht verregnet, in der noch keiner unterwegs ist, außer eine Schafherde samt ihrem Hütehund und ihrem Schäfer. Mit ungemein feinen Pinselstrich wird dabei eine Landschaft in Sprache lebendig. Stanley Burnell kommt aus einem der Bungalows: »Das Wasser schäumt um seine Beine, als Stanley Burnell jubelnd hindurch watete. Erster, wie immer!« (S. 17) Mit diesen Worten wird er eingeführt und uns...
Wie ein Werk rezensieren, dessen Autor uns mit Abscheu füllt – und dessen Werk wir dennoch schätzen? Fürwahr, eine alte Diskussion. Aber nicht minder wichtig deswegen, dass wir uns darüber Gedanken machen.
Ähnlich wie in Hesses »Heumond« (Vgl. dazu den Beitrag in der #Mitlese) wird auch in Colettes Roman »Le Blé en Herbe« die Geschichte einer ersten erwachenden Liebe erzählt. Nur auf recht andere Art!
(Verwendetes Titelbild: Colette in Rêve d’Égypte (1907; Photo von Léopold-Émile Reutlinger, gemeinfrei)