Lektüren

Lektüren · 15. August 2019
Weshalb lohnt es sich, den Debütroman eines bekannten Autors trotz aller kolportierten, angeblichen (oder realen?) Schwächen zu lesen? Das könnte sich manch eine*r vor der Lektüre von Heinrich Manns Erstling »In einer Familie« ernsthaft fragen. Vielleicht auch nur, um sich selbst die Antwort zu geben: um zu verstehen. 
Lektüren · 08. August 2019
Mit dieser Zahl bezifferte ein amerikanischer Autoren-Kollege den autobiographischen Anteil seines Schreibens. 17,5% und nächste Frage, bitte. Damit auch dies gleich klar sei: Die vermeintlich faktische Antwort habe jedem Fragesteller zu genügen.
Lektüren · 01. August 2019
Virginia Woolf, meines Erachtens eine der ganz Großen der Weltliteratur, verfasste Essays von stimmungsvoller Schönheit, die zu genießen anregendes Geistesfutter und ruhevolle Wohltat in einem bedeutet. Ihr »Stadtbummel« ist einer derjenigen, in die ich wieder und wieder gerne lesend eintauche!
Lektüren · 26. Juli 2019
Re-Lektüre, die erneut überzeugte, und die Frage, was heutige Literat*innen von diesem Werk lernen können: jede Menge Handwerkskunst!
Lektüren · 13. Juli 2019
Über verschüttete Milch heult man nicht, besagt das Sprichwort, welches Barbara Frischmuth sich als Titel für ihren jüngsten Roman wählte. Wobei sich hier sogleich die Frage stellt, ob dieses Werk ein Roman sei; zumindest keiner der klassischen Art. Weshalb ich sie zum Interview bat. Der Inhalt des Romans knapp paraphrasiert könnte ›Kindheitserinnerungen beim Betrachten alter Photos‹ lauten; und würde trotzdem das Wesen dieses Werkes in keiner Weise wiedergeben.
Lektüren · 20. Mai 2019
Anna Enquists Roman »Die Betäubung« entstand auf Anregung des Klinikums der Freien Universität Amsterdam, welches die Literatin einlud, im Rahmen der Projektreihe »Literatur & Heilkunde« den Arbeitsalltag des medizinischen Personals recherchierend zu begleiten.
Lektüren · 28. April 2019
Es war eine Frau, welche fand, die Psyche sei relevant für die Darstellung einer Figur in einem Werk, damit das Verhalten der Protagonist*innen für Leser*innen nachvollziehbar werde, haben innere Beweggründe und soziale Prägung durch Gesellschaft wie Erziehung dargestellt zu werden. Keinesfalls genüge die pure Behauptung, es sei eben so.
Lektüren · 22. April 2019
Anton Tschechow gelang mit einer kurzen Erzählung von rund 40 Seiten, wovon zahlreiche Literat*innen träumen: Das eigene Werk möge nicht nur verfilmt werden, es möge nicht nur Stoff für Auseinandersetzungen liefern, sondern obendrein auch noch Kolleg*innen dazu anregen, den Plot gleichfalls aufzugreifen. Mit einem Wort: Es möge Wellen schlagen. Vorzugsweise Ewigkeiten über die eigene Zeit hinaus.
Lektüren · 05. April 2019
Robert Seethalers »Das Feld« macht es einem nicht leicht. Das Werk ist eine Sammlung von dreißig Miniaturen, die nur mittels eines Ortes verbunden sind – dem Paulstädter Friedhof, den einer der Protagonist*innen gerne besucht und auf dem die anderen begraben liegen. Ein faszinierendes Setting? Wäre es, wenn nicht …
Lektüren · 17. März 2019
»John Thomas & Lady Jane« ist ein sonderbarer Roman; nicht nur, da diese zweite Fassung der Lady Chatterley ihren Titel dem abwertenden Kommentar einer Erstleserin verdankt, oder weil ihr fulminanter Beginn alsdann wie ein rostiger Karren auf einem Steinweg, Schlaglöcher gesäumt, ins Holpern gerät – bevor er erneut, doch wiederum unter anderen Vorzeichen, rasant Fahrt aufnimmt.

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