Lektüren

Lektüren · 12. August 2021
Der Hüter meines Bruders. Oder: 20 Jahre argentinische Geschichte
Der Debütroman der gebürtigen Spanierin Eloísa Díaz ist ein ungemein spannender politischer (Kriminal)Roman über die Militärjunta in Argentinien: eine Leseempfehlung für diesen Sommer!
Lektüren · 17. Juni 2021
Lest Lyrik! Nein, lest diese Lyrik: »Die Leere der Vase« von Galal Alahmadi
Der zweisprachige Band, ins Deutsche übersetzt von Leila Chammaa und Günther Orth, versammelt 50 Gedichte, von denen manche eher den Charakter einer Miniatur aufweisen. Diesen Lyrikband, diese Entdeckung sollten Sie lesen! Unbedingt! (Ja, ich weiß, ich wiederhole mich …)
Lektüren · 02. April 2021
»Gott will mich nicht« Oder: Die Erfahrung der Daseinserschöpfung.
Die deutschsprachige Übersetzung der »Inverventions 2020« des französischen Autors Michel Houellebecq mit dem Titel »Ein bisschen schlechter« ist nicht mit der französischen, weitaus umfangreicheren Originalausgabe identisch. Jene enthält obendrein die Aussage, dass es keinen 4. intervenierenden Band geben wird. Aber die Hintertür ließ sich Houellebecq ohnedies sperrangelweit offen: Falls eine »ernsthafte moralische Dringlichkeit« bestehe, werde er erneut das Wort ergreifen. So soll es sein!
Lektüren · 04. März 2021
Von pinken Koffern und vier Büchern
Vier Bücher, die sich mit dem Grauen des Krieges beschäftigen und die Aus- sowie Nachwirkungen auf die Psyche thematisieren. Eine Empfehlung für Abbouds wundervolle Lyrik, van Iperens akribische Recherche, die mit der Mär vom ›willigen, jüdischen Opferlamm‹ hoffentlich endgültig aufräumt, für Schulteisz Sonderling namens Wense, Dilettant in allem, und Laszlos Auseinandersetzung mit Erinnerung und dem Grauen der Konzentrationslager. Eine Entdeckungsreise – bevor die reale Reise begann …
Lektüren · 02. Juli 2018
»Der Friedhof in Prag« folgt den Spuren der wohl weltbekanntesten Fälschung, die jemals aus politischen Gründen initiiert wurde, und verdeutlicht nicht nur das Infame dieser ›Protokolle‹, sondern schildert zudem die verschworene Welt der Spione und Geheimagenten.
Lektüren · 11. Juni 2018
Evelyn Waughs »Wiedersehen mit Brideshead« wird gemeinhin gerne F. Scott Fitzgeralds Meisterwerk »Der große Gatsby« als Pendant gegenübergestellt – ein Vergleich, der nicht hält, was er verspricht.
Lektüren · 04. Juni 2018
Manche Werke der Weltliteratur sind einem ein Ärgernis. Entscheidend ist dabei die Frage, ob dieses Zürnen bereits am Beginn oder erst im Lauf der Lektüre seinen Höhepunkt erreicht. Beide Varianten können zum Abbruch der Begegnung führen. Was jedoch tun, streiten sich Autor und Nachwortverfasser um den Olymp des Zorns? Und weshalb es sich dennoch lohnen kann, einen Roman wie »Wiedersehen in Brideshead« von Evelyn Waugh zu lesen!
Lektüren · 07. Mai 2018
»Jud Süß« ist kein Plot wie jeder andere. Dafür sorgte nicht bloß Veit Harlan, der Mann hinter dem gleichnamigen Propagandafilm der Nationalsozialist*innen; das griffe zu kurz. Antisemitismus und freier Umgang mit historischen Fakten, bis Ende des 20. Jahrhunderts nicht zugängliche Dokumente und Akten förderten eine verzerrte Sicht auf die historische Persönlichkeit des Joseph Süß Oppenheimer.
Lektüren · 05. März 2018
Haben Sie sich jemals gefragt, ob Sie für das Verhalten Ihrer Kinder anderen gegenüber verantwortlich sind? – Therese in Arthur Schnitzlers gleichnamigem Roman ergeht es so. Ihr über sich selbst verhängter Schuldspruch, nimmt alle Schandtaten des Sohnes auf sich; unabhängig ob es sich dabei um Gaunerei oder Zuhälterei handelt, selbst den finalen Mord an ihr, der Mutter. Statt den Sohn je in die Verantwortung zu nehmen. Wiederholt lässt sie sich von ihm um Geld erpressen, welches ihr...
Lektüren · 07. Januar 2018
Relektüren – insbesondere auch von Säulenheiligen eigener Schreibbiographie – können einem manchmal Enttäuschendes bescheren, nicht nur weil die Leseerinnerung – verankert an manch einer Szene, die im Gedächtnis blieb – oft einer späteren Prüfung nicht standhält; ab und an weil Erzählgesten und -modi einem Jahrzehnte später nicht mehr zu genügen vermögen: »Oft will mir scheinen, daß ich nur damals, als Dreizehn- und Vierzehnjähriger, wirklich zu lesen verstand. Wie...

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