Zeitgenössische Literatur

Zeitgenössische Literatur · 13. Februar 2020
Unhaltbare Zustände! Ich gebe gerne zu, woran ich dabei denke: an chauvinistische Kritiker und elendes Bashing; an geförderte Verblödung, die in der Ausrede der Unwilligkeit der ›Masse‹, sich mit dem Ich und dem Sein auseinanderzusetzen, kulminiert, in einer Welt, deren Kälte schockiert; an mangelhafte Bereitschaft, daran etwas zu ändern; an bornierte Ignoranz der Politik: Bis die in die Gänge kommen, vergehen mindestens dreißig Jahre! Sieht man ja gerade heute wieder einmal deutlich …
Zeitgenössische Literatur · 16. Januar 2020
Studiert man die Verlagsprogramme, so fällt einem unweigerlich der hohe Prozentsatz an Debüts auf: Als stünden am literarischen Feld nur noch Erstlinge in der Landschaft, ab und an eine wetterzerzauste, ältere Vogelscheuche, die sich standhaft behauptet, doch ansonsten: Newcomer*innen soweit das Auge reicht.
Zeitgenössische Literatur · 23. Dezember 2019
Mir dünkt, dieses Werk sei wie geschaffen, um nach Familienfeiern und Festivitäten in der Lektüre eines Episodenromans zu versinken, der um eine verschollene Abwesende kreist. Nicht nur des Titels wegen …
Zeitgenössische Literatur · 24. Oktober 2019
Bodo Kirchhoff gestaltet anhand der Beziehung eines älteren Ehepaars die Geschichte einer Liebe in groben Zügen. Zu grob vielleicht; womöglich auch zu viel gewollt, denn das Themenpotpourri lädt den Figuren eine Last auf die Schultern, welche sie nicht tragen können …
Zeitgenössische Literatur · 09. Oktober 2019
Leonardo Padura macht es einem als Rezensent*in nicht leicht, denn was Leser*in zum Genuss wird – die Verwobenheit der Textur – erschwert das Darüber-Schreiben, will man nicht die inhaltlichen Geheimnisse lüften …
Zeitgenössische Literatur · 12. September 2019
Ich mag Ziegen. Und stehen sie mir nicht mutterseelenallein mitten in der Landschaft gegenüber, sondern gucken frech vom Buchcover, auf der Suche nach irgendetwas, noch um vieles mehr. »Tamangur« stand als Titel darüber. Lautmalerisch fein, wie ich fand, denn – zugegeben – als Nicht-Schweizerin sagte mir dies Wort rein gar nichts. Ebenso wenig der Name: Leta Semadeni. Bislang. Das jedoch sollte sich bald nachhaltig ändern. 
Zeitgenössische Literatur · 22. August 2019
Manch junge Stimme sollte man im Auge und im Ohr behalten. Die 1981 in Frankfurt a. M. geborene Vanessa F. Fogel, die in Israel aufwuchs und in New York Vergleichende Literaturwissenschaft studierte, ist eine davon. Weissbooks ist es zu danken, dass dieses Werk in der Übersetzung von Eva Bonné deutschsprachigen Leser*innen zugänglich wurde. Lesen Sie es! »Hertzmann's Coffee« ist gelungene Erzählkunst, die gekonnt unterhält.
Zeitgenössische Literatur · 20. Mai 2019
Anna Enquists Roman »Die Betäubung« entstand auf Anregung des Klinikums der Freien Universität Amsterdam, welches die Literatin einlud, im Rahmen der Projektreihe »Literatur & Heilkunde« den Arbeitsalltag des medizinischen Personals recherchierend zu begleiten.
Zeitgenössische Literatur · 03. März 2019
Wer Michel Houellebecqs Schaffen mitverfolgt, weiß mittlerweile, was ihn oder sie in jedem Roman erwartet, von Provokation kann daher keine Rede sein. Sie nutzt sich ab, wie jede mehrfach gesetzte Handlung. 
Zeitgenössische Literatur · 02. November 2018
Bloß ›ein halber Feiertag‹ ist der 2. November, ein daher stolpernder-holpernder also, einer, der es nicht schaffte, in die Liste der wahrhaftigen Ruhetage aufgenommen zu werden, die zum Innehalten und Nachsinnen vorgesehen sind. So relevant dünken uns Seelen eben nicht. Dass sie Ruhe bräuchten, damit danach das Leben erneut zielgerichtet voranschreiten möge … Während die evangelische Kirche diesen Tag als Festtag aller Verstorbenen, tituliert als Buß- und Bettag, bei den Lebenden...