Österreichische Literatur – von der Moderne bis heute

Julian Schutting: Zu jeder Tageszeit. Oder mir ist dieser Humor ein Trost.
Einblicke in das Schaffen des österreichischen Autors Julian Schutting, dessen Arbeiten vielleicht manche*r erst entdecken dürfen … während andere die wiederholte Lektüre genießen. Ein kurzer Essay zum Geburtstag, der hoffentlich Lust auf mehr macht.
Maria Lazars zweiter Roman mit dem Titel »Viermal ICH« thematisiert Abhängigkeiten des (weiblichen) Lebens. Freiheit, so der Grundtenor, ist vor allem eine Theorie, ein schöner Schein. Ein Roman, der verstört; auch einhundert Jahre nachdem Lazar ihn schrieb.
Ilse Tielschs »Heimatsuchen«. Oder: Wie über Vergangenheit schreiben
Ein eindringlicher Roman über die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in Österreich.
Über die Buchbranche schreiben: Geschichte des Lesens und des Buchdrucks
Obgleich es für Erwachsene zahlreiche Sachbücher zum Thema gibt, auch manchen Kitschroman über kleine Buchläden im Irgendwo, sind (historische) Romane über die Entwicklung des literarischen Feldes selten. Umso erfreulicher Christoph W. Bauers Roman »Der Buchdrucker der Medici«, der erzählend fundierte Einblicke in einen Wirtschaftszweig gewährt.
Eine Leseeinladung für einen höchst interessanten Roman über den amerikanischen Traum, in dem man versinken will, sobald man die ersten Seiten gelesen hat: spannend, anregend und kritisch, zudem unterhaltsam. Eine ausgezeichnete Sommerlektüre also.
Wer verstehen möchte, wie man über die Entstehungsgeschichte eines Werks und über den Entwicklungsprozess eines Autors mit Gewinn nachdenken kann, der greife unbedingt zu diesem famos interessantem Buch im »Korrektur Verlag«.
Paulus Hochgatterer erzählt uns in »Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war« eine gar unglaubwürdige Geschichte, die um zahlreiche unerhörte Ereignisse kreist; fünf sind es mindestens. Was bitte sehr noch kein Negativum bedeutet – an und für sich. Eine Novelle? Mit einem Falken obendrein? Würde dieses Etikett aus Hochgatterers schmaler Erzählung anderes machen? Mitnichten.
Ungemein erfreulich ist es, dass Werke des österreichischen Expressionismus endlich wieder aufgelegt und somit den Lesenden erneut zugänglich gemacht werden. Albert Eibl vom Verlag »Das vergessene Buch« sei Dank. Wer sich zum ersten Mal lesend in einen Roman dieser Epoche wagt, hat zwar auf den ersten Seiten eine kleinere (Sprach-)Hürde zu bewältigen, wird aber, sobald man sich an den anderen Duktus gewöhnt hat, mit erstaunlichem Genuss belohnt.
Während draußen der Lavendel drauf und dran ist, auch dieses Jahr wieder zu erblühen, lese ich Elke Laznias »Lavendellied«, tauche in erzählerische Landschaften ein und genieße den Sprachfluss der gewährten Einblicke.
In seinem Werk »Aufruhr« exemplifiziert Michael Scharang ein Österreich im Interregnum des fröhlichen Kampfes. Doch der Roman scheitert an der Lust des Autors, alles zu erklären.

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